Die Stadt Hameln plant im Rahmen ihres „Green City Plans“ umfassende Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung des Verkehrsnetzes und zur Reduzierung von Emissionen. Ein zentraler Bestandteil ist der Ausbau des Radverkehrsnetzes. In diesem Zusammenhang wurde der Weserradweg am rechten Ufer bereits in die Weseraue verlegt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Neubau einer Fuß- und Radwegbrücke über die Weser nördlich der Innenstadt.
Die sogenannte „Fahrradbrücke Nord-West“ ist als Verbindung zwischen der Breslauer Allee in der Nordstadt und der Fontanestraße im Klütviertel vorgesehen. Sie soll die Stadtteile besser verknüpfen, das Vorzugsroutennetz stärken und den Radverkehr deutlich attraktiver machen. Durch die neue Querung können Wege für Radfahrende um etwa 30 bis 40 Prozent verkürzt werden. Auf Basis einer Machbarkeitsstudie wurde die Variante „H“ (Anbindung auf Höhe der Fontanestraße) als Vorzugsvariante festgelegt. Der Rat der Stadt hat im März 2026 die Umsetzung beschlossen und die weitere Planung, einschließlich der verkehrlichen Anbindung an bestehende Wege, beauftragt.
Neben dem Brückenneubau umfasst das Projekt auch die detaillierte Planung der Anschlüsse an den bestehenden Weserradweg sowie an das umliegende Straßennetz. Die Maßnahme gilt als wichtiger Meilenstein für die städtische Infrastruktur und die Förderung des klimafreundlichen Verkehrs.
Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen in Hameln begrüßt den Ratsbeschluss ausdrücklich und sieht darin die Umsetzung einer zentralen Forderung. Nach Ansicht der Partei verbessert die Nordbrücke die Lebensqualität und ist ein bedeutender Schritt hin zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Gleichzeitig betonen die Grünen, dass das Projekt durch Fördermittel des Landes Niedersachsen unterstützt wird.
Trotz des Fortschritts sehen die Grünen weiterhin Handlungsbedarf: Die Situation auf den bestehenden Weserquerungen, insbesondere der Thiewallbrücke und der Münsterbrücke, wird weiterhin als unzureichend und unsicher für den Radverkehr eingeschätzt. Daher fordern sie zusätzliche Verbesserungen an diesen Brücken.
Darüber hinaus betrachten die Grünen die Nordbrücke als Teil eines größeren Gesamtkonzepts. Um die Trennung der Stadt durch die Weser langfristig zu überwinden und ein durchgängiges Radwegenetz zu schaffen, sprechen sie sich für eine weitere Brücke im Süden aus, die eine Verbindung zwischen Wangelist und der Südstadt herstellen soll. Nur ein vollständig vernetztes System könne den Radverkehr nachhaltig stärken und mehr Menschen zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen.